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Pressestimmen

   
  Rezension von Barend J. TER HAAR
in T'oung Pao 93 (2007), 250-253
   
   
  Hinweis: „Prinzipien und Probleme
einer historisch-kritischen Ausgabe
des Chiao-Pin lu k’ang-i:
Ein Werkstattbericht“,
Oriens Extremus 43 (2002), 189-220

Feng Kuei-Fen und sein Chiao-Pin lu k'ang-i

   

Kai Vogelsang

 
   
Hamburger Sinologische Schriften 3
Hamburger Sinologische Gesellschaft
Paperback (21,0 x 14,8 cm), 249 Seiten.
2001 und 2015 (unveränderter Nachdruck). € 29,90
ISBN-13: 978-3-935664-02-8 / 978-3-940527-98-1 (978-3935664028 / 978-3940527981, 9783940527981)
ISBN-10: 3-935664-02-8 / 3-940527-98-X (3935664028 / 394052798X)

Vertrieb: CHINA Buchservice / Bestellen

 
   

Das Chiao-Pin lu k'ang-i [Jiaobin-lu kangyi] 校邠廬抗議 von Feng Kuei-fen [Feng Guifen] 馮桂芬 (1809–1874) gilt als grundlegender Text der chinesischen Reform- und Selbststärkungsbewegungen im 19. Jahrhundert. Die vorliegende Arbeit untersucht Entstehung und Überlieferung dieses Werkes, wobei sie erstmals acht bislang unbekannte Manuskripte des K'ang-i sowie weitere neue – großenteils handschriftliche – Quellen berücksichtigt. Daraus ergibt sich das detaillierte Bild eines Werkes, dessen Intentionen, Inhalt und Umfang vielfältige Wandlungen durchlaufen hatten, bevor es seine heute bekannte Form erreichte. Nicht nur Feng Kuei-fen schrieb sein Buch mehrmals um, auch seine Herausgeber erlaubten sich – lange nach Tod des Autors – erhebliche Eingriffe in den Text. Bei all diesen Umgestaltungen wird deutlich, daß "Reformideen" allenfalls vordergründig eine Rolle spielten; dahinter erscheinen ganz andere Themen: philologische Streitereien, persönliche Polemiken und scharfe Herrschaftskritik. Während Fengs Zeitgenossen diese subkutane Bedeutungsebene noch deutlich erkannten, ist sie seinen Lesern des 20. Jahrhunderts entgangen. Diese Untersuchung zeigt, wie das Chiao-Pin lu k'ang-i im Ursprungsmilieu wohl gelesen wurde. Sie eröffnet neue Perspektiven für das Verständnis Feng Kuei-fens und der "Reformbewegung" des 19. Jahrhunderts.

 
   
   

Inhalt

Vorwort

Einleitung

I. Exposition: Die erste Zeile
 1. k’ang-i
 2. Chiao-Pin lu
 3. tzu-hsü

II. Die Rezeption Feng Kuei-fens
 1. Zeitgenössische Darstellungen
 2. Die Reformer von 1898 und das Chiao-Pin lu k’ang-i
 3. Feng Kuei-fen in der wissenschaftlichen Literatur des 20. Jahrhunderts

III. Stationen des Lebens: Mythos und Realität
 1. Die Quellenlage
 2. Feng Kuei-fens Leben
  Lob des Herkommens
  Fengs Lehrjahre
  Der Bund vom Ku Yen-wu-Schrein
  Rückzug in die Heimat
  Krise und Fall

IV. Zu Textgeschichte und Form des Chiao-Pin lu k’ang-i
 1. Entstehungsgeschichte
  Die Handschriften
  Vorstufen und Entwürfe
  Die Schaffung des K’ang-i
  Bearbeitungen des K’ang-i
 2. Überlieferungsgeschichte
  Druckausgaben
  Die 1860er/1870er Jahre
  Die 1880er Jahre
  Die 1890er Jahre
 3. Welchem Text ist zu folgen?
 4. Aufbau des Buches
 5. Textgattung
 6. Stil
  Der Dokumentenstil
  »Texte im Alten Stile«

V. Aspekte der Deutung
 1. Das Eigene Vorwort
 2. Der Vordergrund: Feng Kuei-fens »Reformideen«
  Der Einfluß des Westens
  Die chinesische Tradition
 3. Der Hintergrund
  Die Alttextschule
  Haß und Vorliebe
  Herrschaftskritik
  Wider die »Barbaren« – zum ersten
  Wider die »Barbaren« – zum zweiten

VI. Epilog

Anhang
 Personenverzeichnis
 Feng Kuei-fens Schriften
 Quellen- und Literaturverzeichnis


 
   

Einleitung

Feng Kuei-fen ist den Chinesen kein Unbekannter. Auch die neuere westliche Chinaforschung ist auf ihn aufmerksam geworden. Dennoch scheint seine eigentliche Bedeutung noch nicht recht in den Blick gekommen zu sein – hier wie dort. Feng als Staatsdenker, dessen intellektueller Einsatz in einer Zeit innerer Wirren und äußeren Unheils hervorgehoben wird, Feng auch als Mathematiker, als Shuo-wen-Philologe, als Stilist und als Kalligraph, schließlich seine Rolle als Ratgeber bei den großen Männern der Zeit, Tseng Kuo-fan und Li Hung-chang – das alles trifft den Kern der Sache nicht. Fengs Bedeutung wird erst aus der Arbeit an seinen Texten selbst deutlich, langsam zwar und zähflüssig …[1]

Vor mehr als einem Vierteljahrhundert schrieb Tilemann Grimm diese Sätze, doch sie sind noch immer aktuell. In der Zwischenzeit ist eine Vielzahl von Aufsätzen über Feng Kuei-fen erschienen, Wissenschaftler in Ost und West haben Steinchen auf Steinchen zu seinem Leben und Werk zusammengetragen, um damit die Grundlage eines allmählich wachsenden Verständnisses für Feng Kuei-fen zu schaffen. Es ist ein vielfältiges Mosaik entstanden, in dem sich sowohl Lobreden finden als auch scharfzüngige Polemiken, in dem Feng bald als »fortschrittlich« bezeichnet wird, bald als rückständig«, in dem er von manchen vornehmlich als Anwalt westlicher Ideen, von anderen als Erbe der chinesischen Tradition beschrieben wird. Doch bei allen Widersprüchen ist sich die Forschung in einem einig: Feng Kuei-fen (1809–1874) ist eine bedeutende Gestalt des 19. Jahrhunderts.

Die große »Arbeit an seinen Texten selbst« aber ist bislang ausgeblieben. Fengs philologische, mathematische und astronomische Schriften – der weitaus größte Teil seines Œuvres – sind noch gar nicht erforscht. Die vorhandenen Arbeiten behandeln Feng Kuei-fen durchweg als Politiker; sie konzentrieren sich – gewiß zu recht – auf sein Chiao-Pin lu k’ang-i als Hauptquelle. Dem Buch kommt zentrale Bedeutung zu: Es ist Fengs einzige geschlossene Darstellung seiner Vorstellungen zu den Problemen der Zeit und zudem sein weitaus wirkungsmächtigstes Buch. Um 1861 entstanden, steht es am Anfang der »Selbststärkungsbewegung«, und 1898, während der »Hundert-Tage-Reform«, ließ der Kaiser höchstselbst das Buch drucken. Feng Kuei-fens historische Bedeutung beruht im wesentlichen auf dem Chiao-Pin lu k’ang-i. Seine anderen Schriften, besonders die im Hsien-chih  t’ang kao gesammelten, sind heterogener und weniger pointiert; sie können das Material des K’ang-i nur ergänzen.

Dennoch existiert bis heute keine grundlegende Monographie über das Chiao-Pin lu k’ang-i.  An Vorarbeiten mangelt es nicht: Eine Fülle von Einzeluntersuchungen steht zur Verfügung, deren Ergebnisse in eine umfassende Arbeit über das K’ang-i einfließen können. »Feng als Staatsdenker, … als Mathematiker, als Shuo-wen-Philologe, als Stilist und als Kalligraph, schließlich … als Ratgeber«: Eine Monographie ist schon deshalb notwendig, um einen Überblick über divergierende Richtungen der Forschung zu geben. Davon ausgehend, sind Synthesen zu finden, wo heute Widersprüche bestehen, und neue Wege in der Feng Kuei-fen-Forschung aufzuzeigen.

Eben das ist ein Ziel dieser Arbeit. So ist denn auch ein ganzes Kapitel, das zweite, der »Rezeption Feng Kuei-fens« gewidmet. Sie wird in ihrer historischen Entwicklung verfolgt, von zeitgenössischen Zeugnissen über die Ereignisse von 1898 bis hin zur modernen Forschung. Die Darstellung soll dem Leser Orientierung bieten über Probleme und Positionen der Diskussion um Feng Kuei-fen; gleichzeitig bildet sie eine Grundlage für die vorliegende Untersuchung des Chiao-Pin lu k’ang-i.

Es bedarf noch einer weiteren Grundlage: Schon bei oberflächlicher Lektüre des K’ang-i wird deutlich, daß Fengs persönliche Erfahrungen das Buch an vielen Stellen geprägt haben. Die Kenntnis des biographischen Hintergrundes ist unerläßlich für das Verständnis des Textes. Kapitel III trägt diesem Umstand Rechnung: Dort werden, nach kritischer Betrachtung der Quellen, wichtige Stationen in Feng Kuei-fens Leben bis 1860 skizziert. Dabei wird unter anderem deutlich, daß Fengs Karriere keineswegs geradlinig und erfolgreich verlief: Enttäuschungen, Intrigen und Niedertracht waren ihm sattsam bekannt. Er hatte »Schwierigkeiten und Gefahren, Wahrheit und Falschheit« kennengelernt, wie es in seinem Vorwort heißt, und drückte es im Chiao-Pin lu k’ang-i aus. Vor diesem Hintergrund wird klar, daß Feng in seinem Buch mit der Welt gleichermaßen abrechnet und abschließt. Es ist in gewissem Sinne sein (politisches) Testament, das Werk eines Mannes, der nichts mehr von der Welt erwartet, der zum »Einsiedler« geworden ist.

Das Jahr 1860, als Feng Kuei-fen vor den Rebellen der T’ai-p’ing nach Shanghai floh, markiert eine Zäsur in seinem Leben: Feng trat danach nie wieder eine offizielle Position an, er beschränkte sein Wirken auf lokale, ja private Angelegenheiten. Und er schrieb das Chiao-Pin lu k’ang-i. Das Jahr 1860 bildet auch in etwa die Grenze zwischen Kapitel III und IV dieser Arbeit: Während jenes die Vorgeschichte des K’ang-i beschreibt, die Biographie des Autors, erzählt dieses die Geschichte des K’ang-i, gewissermaßen die Biographie des Buches.

Der erste Schritt einer solchen Darstellung ist die recensio, die Musterung aller greifbaren Textzeugen des Chiao-Pin lu k’ang-i – eine Arbeit, die nur allzu bald ausuferte: Es gibt Dutzende verschiedene Versionen des Buches, die sich zum Teil erheblich unterscheiden. Manche haben 42 Kapitel, andere 47, 50 oder gar 54 Kapitel, die zudem in verschiedenen Reihenfolgen erscheinen; von zahlreichen Unterschieden im Wortlaut zu schweigen. Besondere Bedeutung kommt dabei acht Handschriften des K’ang-i zu, die in dieser Arbeit erstmals berücksichtigt werden, darunter die eigenhändigen Entwürfe Feng Kuei-fens zu einigen Kapiteln, die sich in seinem Nachlaß finden. In Kapitel IV werden 34 verschiedene Textzeugen vorgestellt – und ich wage nicht, diese Liste als vollständig zu bezeichnen.

Obwohl die Überlieferungsbedingungen bisweilen nicht ideal sind – einige Zeugen sind kontaminiert–, lassen sich durch Kollation der Textzeugen und Hinzuziehung ergänzender Quellen Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte des Textes in ihren Grundzügen rekonstruieren. Es erweist sich, daß das Chiao-Pin lu k’ang-i nicht 1861 fertiggestellt wurde, wie bislang angenommen – die Datierung des Vorwortes geschah viel später–, sondern frühestens 1863. Selbst danach wurde der Text weiter verändert, und zwar keinesfalls nur von Feng Kuei-fen. Eine Reihe von Personen beeinflußten Form und Inhalt, zu Fengs Lebzeiten und in noch stärkerem Maße nach seinem Tode.

Die Ergebnisse der textkritischen Arbeit werden ebenfalls in Kapitel IV beschrieben. Hier wird zum ersten Mal Rechenschaft abgelegt über die verschiedenen Zeugen, Entstehung, Überlieferung und Wandlungen des Werkes, das seit je im Mittelpunkt der Feng Kuei-fen-Forschung steht. Zudem werden Überlegungen zu Gestalt und Struktur des Buches mitgeteilt. Vor allem aber werden die Veränderungen im Text exemplarisch dargestellt. Dabei handelt es sich keineswegs um Kleinigkeiten, sondern bisweilen um Punkte, die bislang zum Kernbestand von Fengs politischem Programm gerechnet wurden: Manche wurden aus frühen Fassungen getilgt, andere erst spät dem Text hinzugefügt – und zum Teil nicht einmal von Feng selbst. So veränderte der Text von Fassung zu Fassung nicht nur seine äußere Gestalt, sondern auch seine Intention. Diese Erkenntnis mag teilweise erklären, warum die Forschung zu so widersprüchlichen Darstellungen von Feng Kuei-fen gelangt ist.

Die  Untersuchung  der  Veränderungen im  Text  warf  alsbald  höchst  irritierende Fragen auf: Wenn Feng das Chiao-Pin lu k’ang-i erst 1863 vollendete, warum wurde das Vorwort fälschlich auf Ende 1861 datiert? Wenn einige vermeintlich zentrale Aussagen erst später in den Text hineingetragen wurden, was war dann ursprünglich sein Hauptanliegen, wo liegt der »Kern der Sache«? Wie kam es zu den vielen verschiedenen Ausgaben des Buches, wer waren die Leute dahinter, und was lasen sie in dem Text?

Solche Fragen regen zur neuerlichen, genauen Lektüre des Chiao-Pin lu k’ang-i mit allen seinen Varianten an. Kapitel V unternimmt den Versuch einer solchen Lektüre. Dabei stellt sich heraus, daß in dem Buch viel mehr steht, als sich ihm obenhin abschöpfen läßt: Es ist voller Zitate und Anspielungen, die einen eigenständigen Subtext bilden. Die Themen, die dort unterschwellig mitschwingen, sind ganz andere, als wir sie aus den vordergründigen Aussagen des Textes kennen. Hier geht es mitnichten um »Reformvorschläge«! Vielmehr tauchen ganz unvermutete Themen auf: philologische Schulmeinungen, persönliche Polemiken und scharfe Herrschaftskritik.

All das paßt wenig zu der überkommenen Darstellung der »Reformbewegung« im 19. Jahrhundert, mehr noch: Feng wendet sich geradezu gegen die »reformerische« Tradition, mit der er gewöhnlich selbst in Verbindung gebracht wird. Vor allem aber richtet er sich gegen die Herrschenden: die Kaiserinnenwitwen, die nach 1861 die Regierung führten, vielleicht sogar gegen die Manju-Dynastie schlechthin. Während der Text vordergründig von Änderungen im politisch-sozialen System handelt, steht im Hintergrund eine radikalere Forderung: die nach dem Wechsel der Regierung. – Mit »Reformen« hat das nichts zu tun, eher mit Rebellion. Die Überlieferungsgeschichte deutet an, daß das K’ang-i im 19.Jahrhundert noch so verstanden wurde: Es waren keineswegs »Reformer«, die Fengs Buch nach seinem Tode veröffentlichten, sondern nationalistische Kriegstreiber und Gegner des Reformprogramms von 1898.

Auch wenn es im K’ang-i nur zwischen den Zeilen zu lesen ist: Feng Kuei-fen war wohl weniger ein Vorläufer der »Reformbewegung« im späten 19. Jahrhundert als vielmehr der Revolutionsbewegung im frühen 20. Jahrhundert. Diese Erkenntnis aber stellt die Tauglichkeit der Bezeichnung »Reformer« grundsätzlich in Frage, in bezug auf Feng Kuei-fen wie auch auf andere Denker des 19. Jahrhunderts, die üblicherweise so genannt werden. Das Chiao-Pin lu k’ang-i legt nahe, daß andere Bezeichnungen den Realitäten dieser Zeit besser entsprechen.

Das sind überraschende Ergebnisse. Wenig davon findet sich in der wissenschaftlichen Literatur zu Feng Kuei-fen. Fengs Zeitgenossen hingegen, die das Buch noch mit ganz anderen Augen sahen, dürften seine hintergründigen Aussagen klar gewesen sein. Ja, bei genauem Zusehen offenbaren sie sich schon in der ersten Zeile, im Buchtitel: Dort stehen in nuce schon die Kernaussagen des Buches. Das erste Kapitel der vorliegenden Arbeit, als Exposition konzipiert, analysiert diese erste Zeile. Es liefert einige grundlegende Deutungsvorschläge, die in späteren Kapiteln wieder aufgegriffen und vertieft werden.

Am Ende bleibt wenig übrig von dem, was gemeinhin mit dem Chiao-Pin lu k’ang-i verbunden wird. Ein »Reformtext« ist es kaum, ja es stellt sich die Frage, ob Feng Kuei-fen in seinem Buch überhaupt ein politisches Programm ausdrücken wollte – politische Ambitionen hatte er persönlich gewiß nicht mehr. Wahrscheinlich wollte er sich in erster Linie einen Platz in der Geschichte sichern. Erst spätere Bearbeitungen und die veränderte Rezeptionslage lösten das Werk von seiner ursprünglichen Zweckgebundenheit – nun erschien es nurmehr als politisches Manifest.

Kapitel VI faßt die Ergebnisse der Arbeit zusammen. Gleichzeitig prüft es sie, indem es einen Ausblick auf die Ereignisse nach 1861 bietet, die Zeit, für die Feng gemeinhin große Verdienste angerechnet werden: um die Befreiung Su-chous von den T’ai-p’ing und um die Steuersenkung in seiner Heimatregion. Wenn Feng wirklich keine politischen Ambitionen mehr hatte, wäre dieses Engagement schwer zu erklären. Tatsächlich scheint es, daß Fengs Rolle bei diesen Unternehmen bislang überschätzt wurde; Feng war noch immer mehr Einsiedler als Politiker – sein Nachruhm dürfte zum großen Teil ein Produkt der Historiographie sein.

Endlich noch einige praktische Hinweise: Das Chiao-Pin lu k’ang-i wird, sofern es nicht um Sonderlesungen einzelner Textzeugen geht, nach dem weit verbreiteten Taipeier Nachdruck von 1971 zitiert (P2); auf abweichende Lesungen anderer Zeugen wird jeweils hingewiesen. Zur Auflösung der verwendeten Siglen siehe die Seiten 85 bis 90 und 115 bis 120. Verkürzt zitierte Literatur wird im Literaturverzeichnis in ihrer Zitierform aufgeführt und erklärt. Anderes ist jeweils an Ort und Stelle in bibliographisch hinreichender Form angegeben.

Besonders hingewiesen sei auf den Anhang über Feng Kuei-fens Schriften, der zusätzliche Informationen, besonders für künftige Forschung, bereitstellt. Hier wird auch Fengs Nachlaß erstmals beschrieben. Ebenfalls im Anhang findet sich ein Verzeichnis der Personen, die in der vorliegenden Arbeit genannt werden. Es mag dem Leser helfen, die vielfältigen persönlichen Zusammenhänge zu überblicken, die in Leben und Werk Feng Kuei-fens eine Rolle spielten.

Alle Übersetzungen sind, soweit nicht anders angezeigt, von mir. Einen Sonderfall bilden die Übersetzungen aus der klassischen chinesischen Literatur, bei denen ich mich stets an vorhandenen Übersetzungen orientiere (z. B. Richard Wilhelms für das Lun-yü, Meng-tzu u. a. sowie Viktor von Straußens für das Shih-ching). Von Fall zu Fall sind diese in unterschiedlichem Maße verändert und allemal in der Transkription angepaßt. Neben der chinesischen Belegstelle wird in diesen Fällen stets der Verweis auf die jeweilige Übersetzung gegeben.

 

[1]   Grimm 1972, 99.